Brecht im Schuhkarton?

Wo gibt´s denn so was? – Na, am Gymnasium Königsbrunn,
und das schon Monate vor seinem 120. Geburtstag am 10. Februar 2018

Die Klasse 7b hat viel Spaß mit Brecht 120 Jahre nach seiner Geburt. Die Schüler zeigen seine Augsburger Jahre und noch etwas mehr in Schuhkartons.

„Brecht ist schon etwas Besonderes“, meinen die Schülerinnen und Schüler der 7b. Und sie haben ihre Gründe. Im Deutschunterricht haben sie sich mit den Lebensstationen des Augsburger Dichters von Weltruhm befasst und mit viel Einfallsreichtum und Liebe zum Detail seine Augsburger Zeit in Schuhkartons dargeboten. Der Betrachter kann sich Brechts Geburt im Elternhaus ansehen, seine Taufe, seinen Schulweg mit dem Bruder am Steinernen Mann vorbei, den ersten Kuss auf der Kahnfahrt und, und, und … Auch Szenen aus Werken des Dichters finden sich. Der Betrachter kann einen Blick in den prächtigen Goldenen Saal werfen, in dem das Urteil gefällt wird, bei dem der kluge Richter der Magd Grusche das Kind zuspricht, das die leibliche Mutter im Stich gelassen hat. Und natürlich fehlt nicht der Fisch Fasch mit seinem weißen Asch und auch nicht der Schurke Mackie Messer, der schlimmer als ein Haifisch ist. Diese Gedichte haben die Schülerinnen und Schüler mit großem Fleiß bereits zu Beginn des Schuljahres gelernt und eindrucksvoll vorgetragen.

Eine Mammutaufgabe steht noch aus: Den Kinderkreuzzug werden sich alle Lernenden der Klasse gemeinsam vornehmen und die Aufgaben aufteilen. Das pfiffige Hitlergedicht? Ein Kinderspiel für die Siebtklässlerinnen und Siebtklässler.

Das Engagement der Klasse war so überzeugend, dass sie zur Belohnung mit ihrer Deutschlehrerin Margarete Schwegler-Nebel eine Exkursion nach Augsburg machen durften, wo alle vor Ort einen Blick auf die Augsburger Lebensstationen werfen konnten und noch die berühmte Serenade kennen lernten, die von Brechts Weg über den Rathausplatz erzählt.

Schön war das!

Da ist es nicht ausgeschlossen, dass die Schülerinnen und Schüler noch vor den Faschingsferien als Brechtbotschafter mit ihren Gedichten für andere Klassen auftreten dürfen und ein Brechträtsel für ihre Ausstellung erarbeiten. Preise für die Gewinner beschafft nicht zum ersten Mal die Deutschlehrerin.

Der Geburtstag Brechts selbst findet am Faschingssamstag statt, und damit am ersten Ferientag. Also: schulfrei für alle!!! Das würde Brecht gefallen.

Margarete Schwegler-Nebel

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