Linda Elsner spricht am Gymnasium Königsbrunn

mit Schülern über den Beruf der Schauspielerin

Am 28. Februar, dem kältesten Tag des Jahres, machten sich drei Göttinnen aus dem Theater Augsburg auf den Weg an das Gymnasium Königsbrunn: Schauspielerin Linda Elsner, Theaterpädagogin Imme Heiligendorff und Maren Paulmann, die ein freiwilliges soziales Jahr (fsJ) am Theater macht. Sie wollten prüfen, ob sich im Theaterkosmos etwas ändern sollte oder ob alles so bleiben könne, wie es ist. Sie folgten einer Einladung von Deutschlehrerein Margarete Schwegler-Nebel und der Klasse 10b. Die Schüler hatten eine lange Fragenliste vorbereitet, von denen immerhin die wichtigsten in ca. 70 Minuten beantwortet wurden. Dabei ergaben sich überraschende Einblicke, die die aufmerksamen Schüler verblüfften.
Frau Heiligendorff startete mit einem Theaterspiel: Die Schüler der 10b durften in ihren Posen zeigen, was Theater für sie bedeutet: Darstellung von Liebe, Tod, zwischenmenschlichen Beziehungen. Anschließend erklärte die gebürtige Leibzigerin Linda Elsner, die zu Beginn der Saison in „paradies fluten“ zu sehen war, einige Besonderheiten dieses Stückes und was ihr daran besonders gut gefiel: die große Nähe zum Publikum, die sie auch als „gemeinsamen Atem“ bezeichnete. Die Inszenierung wollte das Gefühl vermitteln, dass alle, Zuschauer und Schauspieler, in einem geneinsamen Boot sitzen. Notwendigerweise müsse sie sich bei der Aufführung eines so außergewöhnlichen Stückes sehr konzentrieren. Sie nehme jede Regung der Zuschauer wahr. Die Theaterpädagogin Imme Heiligendorff spricht davon, dass bei jeder Vorstellung „Zuschauer und Darsteller nonverbal miteinander kommunizieren“.
Die Fragen der 10b über ihren Beruf und ihren Arbeitsalltag beantwortet Schauspielerin Linda Elsner bereitwillig. Besonders gerne mag sie die Freiheit, sich „auf der Bühne austoben“ zu dürfen. Sie empfinde sich nicht als „Marionette“ eines Regisseurs. Es gebe zwar wenig Freizeit außerhalb des „Theaterkosmos“, aber sie habe ihre Berufswahl nie bereut. Obwohl sie anfangs an der Schauspielschule abgelehnt wurde, hat sie nicht aufgegeben und freut sich über die feste Anstellung am Theater Augsburg, die sie der Zusammenarbeit mit dem Intendanten und Regisseur André Bücker verdankt. Zur Zeit ist sie im martini-Park in Brechts „Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer“ zu sehen. Dieses Drama ist mit deutlichem Abstand zum Publikum inszeniert, obwohl dieses von Brecht direkt angesprochen wird.
Die Theaterpädagogin Imme Heiligendorff beendete das Treffen mit der Frage nach den Wünschen der 10b für zukünftige Theaterstücke und dem Appell, öfter ins Theater zu gehen und sich mehr darauf einzulassen, denn „jedes Theaterstück lässt sich sehr gut in die heutige Zeit übertragen“. Einig waren sich alle, dass sie den Tag der Wiedereröffnung des Großen Hauses am Kennedy Platz herbeisehnen.
Die 10b freut sich auf ein Treffen mit Linda Elsner und Kai Windhövel hinter den Kulissen im martini-Park im Anschluss an Brechts „Fatzer“ am 17. März.


(Stefan Scholten; Margarete Schwegler-Nebel)

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