Erasmus+ Projekt Klaipeda – Istanbul – Königsbrunn „We are Europe!“

· 14. Oktober 2021 · 18:44

Nach fast einem Jahr Pause startete am 01.11.2019 unser neues Erasmus+-Projekt. Mit unseren Partnerschulen, dem Vydunas Gymnasium in Klaipeda, Litauen, und dem Haci Sabanci Anadolu Lisesi in Istanbul, Türkei, wollen wir dieses Mal dem Grundgedanken von Erasmus sehr nahe kommen und uns thematisch mit der Europäischen Union befassen.

Dabei bietet uns das Miteinander aus drei so unterschiedlichen Ländern wieder interessante Perspektiven: Deutschland – gemeinsam mit Frankreich „modèle et moteur“ des europäischen Gedankens, Litauen, EU-Mitglied seit 2004, und die Türkei als Beitrittskandidat der ersten Stunde: Was verbinden Menschen aus diesen Ländern mit Europa, dem europäischen Gedanken, der Europäischen Union und ihren Institutionen? Was erhoffen sie sich von ihr, sehen sie ihr Leben davon beeinflusst, haben sie diesbezüglich Befürchtungen? Wie blicken Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren auf dieses Thema, wie sehen es ihre Lehrkräfte?

Dies sind die Leitgedanken, die uns in den nächsten zwei Jahren bei unserer Projektarbeit begleiten sollen. Ziel des Projekts soll eine multimediale Ausstellung sein, die in allen drei Partnerschulen gezeigt werden kann.

Da politische Bildung neben Wissen über politische Systeme und ihre historische Entwicklung auch ganz essentiell Haltungen, Erfahrungen und die Bereitschaft zur Diskussion beinhaltet, ermöglicht Erasmus+ neben der inhaltlichen Projektarbeit aber auch immer wieder den direkten Austausch, das Kennenlernen der Partnerländer und des Alltags von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lernen aus den Partnerländern. Dabei wird politische Bildung in erster Linie durch das gemeinsame Erleben (Besuche in Parlamenten, Diskussionen mit Politikern, Menschen, die in Diktaturen lebten, Diskussionen untereinander mit deutschen, litauischen und türkischen Erfahrungen und Perspektiven) geprägt. Erasmus+ gibt der langjährigen Forderung nach einem Mehr an politischer Bildung, der Bedeutung von Demokratie heute, der Rolle Europas und der EU, deren vermeintliche Schwächen und Stärken, die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven die Möglichkeit, tatsächlich umgesetzt zu werden. Internationale Kontakte, Reisen, Kultur, Herausforderungen – das ist der ideale Kontext dazu und deshalb haben wir uns für dieses sehr politische und sehr aktuelle Thema entschieden, nachdem wir beim letzten Projekt Berufsperspektiven in der EU und international aufgezeigt hatten.

Eine Teilnahme wird natürlich mit einem Zertifikat bestätigt – ein wertvolles Dokument bei so manch einer Bewerbung insbesondere bei international agierenden Firmen und Institutionen.

In diesem Schuljahr waren wir zunächst auf der Suche nach Schülerinnen und Schülern, die sich aktiv an diesem Projekt beteiligen wollen und an einem aus Projektmitteln finanzierten Austauschprogramm mit unseren Partnerschulen teilnehmen möchten. Unterstützt von Teilnehmerinnen aus dem letzten Erasmus-Projekt informierten wir die in Frage kommenden Klassen. Bei ihrer Bewerbung mussten die Schülerinnen und Schüler bereits über einige Fragen zum Thema Europa reflektieren.

Im Januar trafen sich 9 Lehrkräfte aus den drei Partnerschulen in der europäischen Hauptstadt Brüssel, um sich dort zu Themen wie „Europäische Union“, „Europäische Institutionen“ und „E-Twinning“ fortzubilden und die Projektarbeit vorzubereiten. Im Europäischen Parlament, im Parlamentarium und im Haus der europäischen Geschichte konnten wir uns informieren, Dokumentationsmaterialien und Ideen für die Gestaltung unserer eigenen Ausstellung bekommen und dabei immer wieder unsere Ansichten im interkulturellen Miteinander austauschen.

Diese Erfahrung, dass unser eigenes Verständnis von Geschichte und Gesellschaft immer auch in unserem eigenen kulturellen Rahmen zu sehen ist, hätten wir auch sehr gerne unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglicht.

Das erste Schülertreffen in Klaipeda, Litauen, wurde organisiert und die Schülergruppen in Klaipeda, Istanbul und Königsbrunn bereiteten ihre ersten Präsentationen in der Projektsprache Englisch zum Thema „Wir und die europäische Union“ vor, als wir erfuhren, dass das Projekttreffen in diesem Schuljahr leider nicht stattfinden kann und wir die durchgeplante Fahrt nach Litauen absagen und verschieben mussten.

Auf Grund der aktuellen Situation können laufende Projekte nun zum Glück verlängert werden, so dass wir nun etwas länger Zeit haben, unsere Projektvorhaben durchzuführen und erfolgreich abzuschließen.

Für das nächste Schuljahr sind zwei Schülertreffen in Litauen und in Deutschland geplant, wobei natürlich jeweils auch eine Gruppe aus Istanbul vertreten sein wird.

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