Start-up-Projekt der 10. Klassen: Kreative Ideen, starke Präsentationen und echtes Unternehmergefühl

· 20. Juni 2026 · 18:16

Bereits zum vierten Mal fand in diesem Schuljahr das Projekt „Start-up“ im Fach Wirtschaft und Recht in der Jahrgangsstufe statt. Insgesamt nahmen vier Klassen mit zehn Schülergruppen à fünf bis sechs Personen teil. Ziel des Projekts war es, die Gründung eines Unternehmens möglichst realitätsnah zu simulieren – von der ersten Idee bis hin zum fertigen Businessplan und einem professionellen Pitch.

Den Auftakt bildete im Dezember 2025 eine Kick-off-Veranstaltung in Kooperation mit dem Digitalen Zentrum Schwaben (DZ.S). Anschließend arbeiteten die Schülerinnen und Schüler über mehrere Wochen hinweg in sechs Projektphasen an ihren eigenen Geschäftsideen.

Von der Idee bis zum Businessplan

Zu Beginn stand die Phase des „Design Thinking“ im Mittelpunkt. Mithilfe verschiedener Kreativitätstechniken entwickelten die Gruppen erste Ideen und konkretisierten diese. Besonders anschaulich wurde dies durch den Einsatz von LEGO-Prototypen, mit denen die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Produkte modellierten und weiterentwickelten. An dieser Stelle gilt ein herzlicher Dank dem Förderverein „Freunde des Gymnasiums Königsbrunn“, der die Anschaffung der LEGO-Boxen unterstützt hat.

Im weiteren Verlauf analysierten die Teams Märkte und Zielgruppen, untersuchten Konkurrenzunternehmen und setzten sich mit möglichen Geschäftsmodellen auseinander. Bei der Unternehmensplanung beschäftigten sie sich unter anderem mit Rechtsformen, Einnahmequellen sowie der Wahl eines geeigneten Standorts. Dabei diskutierten die Schülerinnen und Schüler beispielsweise über Kundennähe, Mitarbeiterkosten oder die Verfügbarkeit von Rohstoffen.

Besonders kreativ wurde es in der Marketingphase: Hier entstanden Werbevideos, Plakate und Radiospots. Auch Fragen der Preisgestaltung spielten eine wichtige Rolle. Im Bereich des Corporate Designs entwickelten die Teams eigene Logos und stellten fest, dass KI-generierte Designs zwar schnell erstellt sind, sich jedoch häufig stark ähneln und daher oft wenig Wiedererkennungswert besitzen.

Zum Abschluss stand die Finanzplanung an. Die Gruppen kalkulierten fixe und variable Kosten, berechneten den sogenannten Break-even-Point und überprüften, ab wann ihr Unternehmen Gewinne erzielen könnte. Jede Projektphase wurde dabei von einem wechselnden „CEO“ innerhalb der Gruppe geleitet. Mithilfe von Videos, Podcasts, Artikeln und digitalen Materialien arbeiteten die Schülerinnen und Schüler weitgehend eigenständig und dokumentierten ihre Ergebnisse in Berichten, die schließlich in den finalen Businessplan einflossen.

Die große Pitch-Veranstaltung

Am 26. März beziehungsweise 29. April fanden schließlich die großen Abschlussveranstaltungen statt. In Anlehnung an die Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“

präsentierten die Teams ihre Geschäftsideen vor einer Jury. Zu den Juroren gehörten unter anderem Frau Adamitez, Frau Reimer, Herr Keck sowie Herr Feinäugle vom DZ.S. Außerdem konnten mit Manuel Hagen und Fabian Heißerer zwei ehemalige Schüler des Gymnasiums gewonnen werden, die mit ihrer Filmfirma „about.us“ selbstständig sind. Auch Ralf Engelstätter von der Matrix unterstützte die Veranstaltung als Juror.

Im Mittelpunkt der drei- bis fünfminütigen Pitches stand weniger der vollständige Businessplan als vielmehr die möglichst überzeugende und unterhaltsame Präsentation der Produktidee. Jedes Unternehmen erhielt virtuell 150.000 Euro, über deren Verteilung die Jury sowie die Schülerinnen und Schüler selbst entschieden. Investitionen in das eigene Unternehmen waren aus Fairnessgründen nicht erlaubt.

Innovative Ideen mit gesellschaftlichem Mehrwert

Die Bandbreite der entwickelten Ideen beeindruckte die Jury ebenso wie das Publikum. So präsentierte „Thermoflexx“ eine beheizbare Winterjacke, während „Mirrormind“ einen KI-gestützten Spiegel entwickelte, der neue Frisuren und Outfits visualisiert. „Soare“ plante eine Handyhülle mit integriertem Solarpanel und „PrettySafe“ kombinierte Schmuck mit einem unauffälligen Notrufsystem. Letztere Idee überzeugte besonders und erreichte einen hervorragenden zweiten Platz.

Weitere Projekte beschäftigten sich mit gesellschaftlich relevanten Themen: „SenseView“ entwickelte eine Brille, die akustische Signale für gehörlose Menschen optisch darstellt. „SITA“ verband Sonnenschutz mit Energiegewinnung durch Solar-Rollläden, „Meety“ plante eine App zur Vernetzung von Menschen mit ähnlichen Hobbys und „EcoSort“ entwarf einen intelligenten, selbstsortierenden Mülleimer.

Schulsieg für „2ndTag“

Den Schulsieg sicherte sich schließlich das Team „2ndTag“ aus der Klasse 10d mit Sara Richter, Aleksandra Schifner, Sonja Schmidt, Gurleen Gill, Andrea Böhm und Emma Ziegler. Die Schülerinnen griffen das Thema nachhaltiger Konsum auf und entwickelten eine Idee, um den Weiterverkauf von Kleidung einfacher und attraktiver zu gestalten. Kleidungsstücke sollen dabei mit QR-Codes versehen werden, die zu einer App führen. Nutzerinnen und Nutzer sammeln beim Weiterverkauf Punkte, die später gegen neue Kleidung eingelöst werden können.

Mit ihrer nachhaltigen Idee, einer überzeugenden Präsentation und souveränen Antworten auf die Fragen der Jury begeisterte das Team sowohl die Juroren als auch das Publikum.

Für „2ndTag“ geht die Reise nun weiter: Am 14. Juli wird das Team das Gymnasium Königsbrunn beim schulübergreifenden Finale im Digitalen Zentrum Schwaben vertreten und dort gegen sieben weitere Teams anderer Augsburger Gymnasien antreten. Durch die Kooperation mit dem Funkenwerk Augsburg, der Technischen Hochschule Augsburg sowie der Stadt Augsburg und zahlreichen Sponsoren hat sich das Projekt inzwischen zu einem echten regionalen Start-up-Wettbewerb entwickelt.

Dieter Donderer